gesangbuch

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Chronik 2026

Diese Chronik enthält einzelne Beiträge zum Jahresthema und aus dem Gemeindeleben.
Sie erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Aus dem Gemeindeleben...

Elvira Fink wird Leiterin der Musikschule in Laatzen

Das kam überraschend. Und traurig ist es auch: Elvira Fink wird ab dem 1. April nicht mehr unsere Diakonin sein. Sie hat ein so tolles und einmaliges Angebot erhalten, dass wir ihr diesen Schritt von Herzen gönnen und uns trotz allem auch wirklich mit ihr freuen können.
     Aber schwer fällt uns dieser Abschied auf jeden Fall! Elvira war ein Motor in unserer Kirchengemeinde, eine schier unerschöpfliche Quelle an Enthusiasmus und Power. Elvira kann Menschen begeistern und mitreißen. Ihre Musikalität, ihre Ausstrahlung, ihre Fröhlichkeit hat Unzählige angesteckt.
     Elvira hat sowohl den Erwachsenenchor, Cantiamo, den Kinderchor, die Sternschnuppen, als auch den Jugendchor, Symphony, ins Leben gerufen und über die Jahre aufgebaut. Cantiamo hat gerade sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Vor zehn Jahren gab es diesen mittlerweile auf über 60 Sänger:innen angewachsenen Chor noch nicht – ein Chor, wohlgemerkt, den Elvira auf ein musikalisches Level gebracht hat, über das man nur staunen kann. Wer beim Jubiläumskonzert letztes Jahr im Publikum saß, der hat noch im Ohr, was für ein anspruchsvolles Repertoire dieser Chor sicher und mit enormer Ausstrahlung auf die Bühne bringen kann. Auch den Kinderchor gab es vor elf Jahren, als Elvira in unserer Gemeinde anfing, noch nicht. Für die Sternschnuppen gibt es mittlerweile Wartelisten, denn mehr als 60 Kinder konnte selbst Elvira mit all ihrem Elan nicht an einem Nachmittag unterrichten.
     Elvira hat sich darüber hinaus auch um die Zwischenzeitangebote für unsere Konfis gekümmert. Das Verfahren wurde digitalisiert, Anmeldeprozesse wurden vereinfacht und immer wieder hat sie es geschafft, neue interessante Angebote für die Konfis an Land zu ziehen oder selbst zu leiten: seien es Cajon-Workshops, Kurse für Kinder zur Selbstbehauptung, Chor- oder Bandprojekte und vieles mehr.
     Auch für die Kindergottesdienste war Elvira als Koordinatorin aktiv. Erinnern wir uns an den riesigen Kinderkirchenwandertag, den sie 2024 organisiert und durchgeführt hat! Das war ein Event! Mit Stationen in vier verschiedenen Orten unserer Kirchengemeinde, mit zahlreichen Aktionen unterwegs, Grillen im Anschluss und einer riesigen Spielwiese, auf der Jugendliche für die Kinder Spielstationen aufgebaut hatten. Unzählige Menschen waren hier als Helfende aktiv, und all das hat Elvira organisiert und koordiniert. Das war ein riesiger Aufwand. Aber was für ein Erfolg!
     So war es eigentlich bei jedem Projekt, dass Elvira übernommen hat: jedes Krippenspiel, jedes Kindermusical, jedes Chorkonzert. Aus jeder Veranstaltung wurde ein Mega-Event, bei dem alle immer nur gestaunt haben: Wie macht die das eigentlich alles? Wie schafft die das? Wie behält die da den Überblick? Ja, sie ist ein Organisationstalent, wie es im Buche steht. Und insofern passt es auch, dass sie nun eine Stelle mit noch mehr Leitungsverantwortung übernimmt. Das ist absolut ihr Ding.
     Elvira hat das aber auch alles deshalb geschafft, weil sie Menschen ansprechen, begeistern und mitreißen kann. Sie hatte für jede Aktion immer im Handumdrehen gleich doppelt so viele Helfer:innen zur Hand gehabt, als zwingend nötig gewesen wären. 
Und alle halfen gerne mit! Und zwar nicht etwa nur, weil sie Elvira damit einen Gefallen tun wollten, sondern weil sie gemerkt haben, dass es Freude macht, an einem Projekt mitzuarbeiten, das zu solchen Erfolgen führt. Wenn man bei einem von Elviras Projekten mitgemacht hat, dann hatte man auch selbst etwas davon: die Erfahrung, dass man zu etwas beigetragen hat, was andere begeistert und ihnen eine Freude bereitet hat.
     Es ist ein großer Verlust für die Kirchengemeinde, dass Elvira nun geht.
     ABER… (nun die gute Nachricht): Elvira geht nicht ganz und gar! Sie wird auch weiterhin Cantiamo leiten. Und wir werden sie hin und wieder in unseren Gottesdiensten als musikalische Begleitung erleben. Vielleicht ergeben sich ja noch weitere Chancen für die Kirchengemeinde durch die neue Verbindung, die wir nun mit der Musikschule in Laatzen haben?
     Wir sagen von Herzen „Danke“, liebe Elvira! Danke für die elf Jahre deines Dienstes in unserer Kirchengemeinde. Danke für all deine Power, für deinen Humor, für dein Lachen in unseren Dienstbesprechungen, für deine Ideen, deine Fantasie und deine Dynamik. Die Musikschule kann sich sehr auf dich freuen. Und wir freuen uns über jede zukünftige Begegnung mit dir in unserer Kirchengemeinde!

Alles Gute und Gottes Segen auf deinem neuen Lebensweg!

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Dein Zwölf-Apostel Team

Fotos: Heike Strehlau, Yorick Schulz Wackerbarth

 

Zwischen Herzklopfen und Abschiedsschmerz

Elf Jahre sind eine lange Zeit. Seit 2014 bin ich Teil dieser Gemeinde und wenn ich heute diesen Text schreibe, fühlt es sich seltsam an. Ich bin traurig. Richtig traurig. Ich wollte hier noch so viel bewegen, noch so viele Ideen umsetzen. Dass ich nun im April die Leitung der Musikschule Laatzen übernehme, ist eine Chance, die sich ganz spontan auftat. Angesichts meines musikalischen Hintergrunds und meiner Leidenschaft ist es ein Schritt, der sich absolut richtig anfühlt – auch wenn mein Herz gerade schwer ist.
     Ich blicke auf eine Zeit zurück, die mich tief geprägt hat. Die Chorarbeit war immer mein Motor. Es geht dabei nie nur um richtige Töne, sondern darum, dass Menschen – egal ob 5 oder 85 Jahre alt – über sich hinauswachsen. Wenn ich sehe, dass Jugendliche, die heute im Jugendchor singen, schon seit zehn Jahren dabei sind, macht mich das stolz. Wir haben gemeinsam Räume für Mut geschaffen. Ob beim 10-jährigen Jubiläum von „Cantiamo“ oder bei den vielen Musicals mit den Kindern: Es war immer mehr als Musik, es war Gemeinschaft.
     Diese Gemeinschaft habe ich in allen Bereichen gespürt: In den Seniorennachmittagen, wo Musik zur Brücke wurde, in den wunderbaren Krippenspielen, den Kita-Projekten oder dem KiKiWaTa mit den KiGo-Teams. Auch in der Konfirmandenarbeit, beim Konfiball oder in der Arbeit mit den Teamerinnen und Teamern zeigt sich: Diese Gemeinde ist stark, weil jeder ein Stück Herzblut dazugibt.
     Ein Meilenstein war meine Diakoninausbildung 2019 – 2021. Die Herausforderung aus Lockdown, zwei Grundschulkindern und Seminaren hätte ich ohne meine Familie und dieses großartige Team nicht bewältigt. Besonders Yorick stand immer hinter mir und hat alles möglich gemacht – ein Einsatz, den er für die ganze Gemeinde lebt. Carmen und Bianca sind als Gemeindemanagerin und Regionalassistentin zwei so unverzichtbare Kolleginnen, die mit ihrer Herzlichkeit, ihrem Überblick und ihrem Blick für das große Ganze so vieles erst möglich gemacht haben. Gemeinsam mit dem musikalischen Wirken von Raphael, der prägenden Zeit mit Annegret und den Impulsen von Christoph haben wir hier mit verschiedenen Perspektiven so viel erreicht, weil wir immer füreinander eingestanden sind. Dieses Team bleibt bestehen und wird auf jeden Fall durch Diakonin Hannah Stolzenburg bereichert.
     Für meine Aufgabe in Laatzen nehme ich ein volles Gepäck mit: Den Blick für den einzelnen Menschen, den Mut, Dinge wachsen zu lassen und die Erfahrung, dass gute Arbeit immer Beziehungsarbeit ist – und noch so viel mehr.
     Ich freue mich auf die Herausforderung, aber ich gehe nicht „leise“: am 14. März führen wir das Musical „Tuishi Pamoja“ auf und am 15. März verabschiede ich mich vom Jugendchor mit einem kleinen Konzert – in der Hoffnung, dass diese Arbeit bald in tolle neue Hände übergeht. Mein offizieller Abschiedsgottesdienst ist am 3. Mai geplant. Ich hoffe sehr, dass wir uns spätestens dort wiedersehen.
     „Cantiamo“ werde ich weiterhin leiten – eine Entscheidung, die mir sehr am Herzen lag und zeitlich gut machbar bleibt.
     Danke für elf Jahre Vertrauen, für das gemeinsame Ringen um gute Wege, für jedes Lachen und für die vielen Momente, in denen wir gemeinsam den richtigen Ton gefunden haben.

     Von Herzen
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Elvira Fink 

Foto: Jessica Pavel

aus Gemeindebrief 1-2026, Seiten 10-11, 38