gesangbuch

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Chronik 2019

Diese Chronik enthält einzelne Beiträge zum Jahresthema und aus dem Gemeindeleben.
Sie erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Jahresthema

Freiraeume 2019
Collage: Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

„Zeit für Freiräume“ – unter dieses Motto stellt die Evangelischlutherische Landeskirche Hannovers das Jahr 2019. Es geht darum, zu schauen, was wir in unseren Kirchengemeinden nicht etwa machen, sondern dezidiert lassen können und/oder sollten, um wieder den Blick für das Wesentliche zu schärfen. Ein Jahr für Unterbrechungen, Innehalten und Besinnung – eine geistliche und selbstkritische Herausforderung. Wollen wir das? Brauchen wir das in Zwölf- Apostel? Ist eine Auszeit tatsächlich bei uns dran? Es ist bei uns doch gerade so viel im Aufbruch: Neue Gruppen bilden sich, neue Projekte entstehen, neue Beziehungen werden zwischen Menschen unterschiedlicher Dörfer geknüpft. Es entsteht doch gerade was! Sollten wir da etwa auf die Bremse treten?
     Vielleicht. Zumindest ein wenig. Vielleicht wäre es gut, wenn wir uns für 2019 vornehmen, nicht noch ein neues Projekt zu starten, nicht noch eine weitere Veränderung einzuführen. Vielleicht tut es uns gut, wenn wir uns tatsächlich in 2019 fragen: WARUM? Warum machen wir das eigentlich? Warum setzen wir uns für Kirche ein? Warum finden wir es wichtig, dass es uns als Kirchengemeinde gibt? Warum ist mir mein Glaube wichtig… und warum glaube ich überhaupt?
     Sich besinnen auf das Wesentliche: Das ist der Auftrag hinter dem Appell, sich Zeit für Freiräume zu nehmen. Vielleicht lassen sich die wirklich wichtigen Dinge des Lebens auch nur in solchen Freiräumen finden. Zeit benötigt die Entdeckung dieser Dinge allemal. Das könnten wir uns tatsächlich für 2019 vornehmen: Uns Zeit nehmen – für uns, für einander… für Gott.
     Das wird sicher nicht in allen Aspekten unseres Gemeindelebens funktionieren. Das „laufende Geschäft“ wird natürlich weiterhin laufen und auch einige der Neuerungen, die bereits ins Rollen gebracht worden sind, werden notgedrungen weiter „rollen“ müssen.
     Dennoch lassen sich sicher einige Akzente setzen: Wir können hier und da mal kleinere, mal größere Freiräume schaffen; wir können uns bewusst Zeit freihalten; wir können ein Innehalten inszenieren und Besinnung gezielt zulassen. Die Frage, wie das konkret aussehen könnte, werden wir in den folgenden Gemeindebriefen unter verschiedenen Gesichtspunkten aufgreifen und reflektieren. Auch in unseren EINER FÜR ALLE Gottesdiensten in 2019 wird uns die Frage nach den Freiräumen und der Suche nach einem „Sich-Zeit-Nehmen- Für…“ beschäftigen.
     Für unsere Sommerkirche haben wir uns etwas besonders ausgedacht: „Zeit für Fragen“ lautet das Motto. Verraten wollen wir an dieser Stelle nur so viel: Es soll um IHRE und EURE Fragen gehen. Worüber würden Sie gerne mal eine Predigt hören? Welche Frage wolltest du immer schon mal über den Glauben stellen? In der Sommerkirche 2019 wollen wir für diese Fragen Freiräume schaffen. Die Fragen werden wir bereits beim ersten EINER FÜR ALLE Gottesdienst am 27. Januar in Algermissen sammeln. Sie können uns Ihre Themenvorschläge aber auch schriftlich zukommen lassen, z. B. nach jedem Gottesdienst. Bis zur Sommerkirche kann dann über diese Fragen online abgestimmt werden. Sie kennen sich mit dem Internet nicht aus? Dann fragen Sie doch mal jemanden aus der jüngeren Generation. Die helfen Ihnen bestimmt. Oder kommen Sie in den Gottesdienst oder zu anderen Gemeindeveranstaltungen. Z. B. zu „Brot und Butter“. Dort liegen auch Stimmzettel für die Gottesdienstthemen der Sommerkirche bereit.
     Die 6 Fragen mit den meisten Stimmen werden wir in den Gottesdiensten aufgreifen. Wir sind gespannt was dabei herauskommt. Ein echter offener Raum – ein Freiraum.
     „Zeit für Freiräume“ – brauchen wir das? Wir meinen schon. Aber: Finden wir es doch einfach gemeinsam heraus in 2019!

Pastor Yorick Schulz-Wackerbarth

Aus: Gemeindebrief 4 - 2018

Jahresthema 2019: Freiräume - Was ich tun lnd lassen möchte (GB1-2019)
Bild/Text: Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Freiräume im Alltag schaffen und gestalten

„2019 wird es in der Evangelischlutherischen Landeskirche Hannovers ‚Zeit für Freiräume‘ geben: ein Jahr für Aufbrüche und Fragen, für Unterbrechungen, Besinnung und vielleicht auch für Neubeginn. Die Welt verändert sich rasant, was bedeutet das für uns persönlich und für die kirchliche Arbeit? Was wollen wir tun? Was wollen wir lassen oder verändern? Was gibt uns Kraft, und wo finden wir Hoffnung? Wir nehmen uns Zeit und denken über ‚Freiräume‘ nach. Um des Menschen willen.“
      Mit diesen Worten kündigte die Landeskirche ihr Projekt für 2019 an. Am 6. Januar wurden dann in allen Sprengeln der Landeskirche Auftaktgottesdienste zum Start der „Zeit für Freiräume“ gefeiert. Freiräume schaffen. Impulse setzen. Sich Zeit nehmen für Unterbrechungen des Gewohnten. Viele Menschen klagen über die Fülle an Ereignissen in ihrem beruflichen und privaten Umfeld. Einfach mal zur Ruhe kommen, das ist für viele gar nicht so einfach. Zeit haben, um einmal etwas Neues auszuprobieren, das bleibt für viele im stetigen Alltag ein unerfüllter Wunsch. Und andererseits ist es auch für diejenigen, die Zeit haben, immer wieder eine Herausforderung, ihre Freiräume mal mit anderen Inhalten zu füllen.
      Was wäre für Sie ein persönlicher Freiraum? Denken Sie einmal darüber nach: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, einfach mal etwas lassen zu können, was fällt Ihnen dann spontan ein? Keine Steuererklärung ausfüllen müssen … kein Staubwischen … keine anstrengenden Familienbesuche am Weihnachtsfest … keine aufgedrückten Überstunden … keine Hausaufgaben … nicht den Müll runterbringen müssen?
      Die Antworten würden bei jedem verschieden ausfallen. Menschen empfinden Unterschiedliches als lästig oder belastend, wovon sie sich gerne einmal befreien würden. Ein erster Schritt ist, sich dessen bewusst zu werden. Und ein zweiter, sich zu überlegen, ob es nicht doch irgendwie möglich ist, sich Freiräume zu verschaffen. Okay, manches muss sein. Das lässt sich nicht ändern. Aber werfen Sie nicht zu schnell das Handtuch. Muss wirklich alles sein? Oder kann ich nicht auch mal etwas lassen? Muss es immer ein Vier-Gänge-Menü sein, wenn Gäste kommen? Muss ich jeden Film gesehen haben, um mitreden zu können? Vielleicht lassen sich ja auch Tätigkeiten tauschen? Mir macht es wirklich nichts aus, den Meerschweinchenkäfig sauber zu machen, wenn du dafür mit dem Hund raus gehst.
      Hier setzt die kreative Idee der „Zeit für Freiräume“ an. Entdecken Sie, wie Sie sich auch gegenseitig Freiräume ermöglichen können. Oder bauen sie ganz bewusst regelmäßige Unterbrechungen im Alltag ein. Hierfür hat ein Mitarbeiter der Landeskirche eine App entwickelt, die man sich kostenlos auf sein Handy laden kann. Sie erinnert einen regelmäßig daran, in seinem Arbeitsfluss mal eine Pause einzulegen, und sich Gedanken zu machen über neue Impulse. Wer mehr dazu wissen möchte: Schauen Sie mal im Internet nach unter „xrcs app“.
      Freiräume schaffen. Manches kann warten. Nicht alles muss sofort erledigt werden. Und dann gönnen Sie sich etwas Schönes. Was wollten Sie denn immer schon mal tun, wenn Sie die Zeit dafür hätten? Ins Fitnessstudio gehen … einen Tanzkurs besuchen … auf dem Elbe-Radweg entlang radeln … ein Musikinstrument lernen … jeden Tag einen ausgiebigen Spaziergang machen … gesünder kochen und mehr Zeit zum Essen nehmen … in der Bibel lesen? Auch hier fallen die Antworten wieder sehr unterschiedlich aus. Nicht alle unsere Wünsche werden wir umsetzen können. Aber was hindert uns eigentlich daran, nicht doch das eine oder andere mal auszuprobieren oder in die Tat umzusetzen?
      Freiräume genießen. Das hat nichts mit Faulsein zu tun. Der Mensch braucht auch Zeiten der Muße, um wieder Kraft zu schöpfen, oder sich auf das Wesentliche besinnen zu können. Auch das soll die „Zeit der Freiräume“ ermöglichen. Vielleicht kennen Sie die Aktion in der Fastenzeit „Sieben Wochen ohne.“ Auch da wird ganz bewusst auf manches verzichtet – nicht nur auf Schokolade und Fernsehen, oder Computer und Alkohol. Sieben Wochen kann man auch nutzen, um sich Freiräume zu schaffen: für ein besonderes Verhalten – ich gehe jeden Tag eine Stunde spazieren. Für feste Verabredungen – wir essen jeden Tag zusammen Abendbrot. Für einen besonderen Umgang miteinander – ich sage dir jeden Tag ein nettes Wort. Für ehrliche Gedanken – ich rede nicht um den heißen Brei herum und sage, was ich denke. Für den Besuch der Passionsandachten – ich erfahre Stille und Gemeinschaft.
      Freiräume. Entdecken und gestalten Sie Ihre ganz persönlichen Freiräume. Und wenn Sie mögen, entdecken und gestalten Sie die „Zeit für Freiräume“ auch mit anderen gemeinsam. Aber dazu mehr im nächsten Gemeindebrief.

Pastorin Annegret Austen

Aus: Gemeindebrief 1 - 2019

Jahresthema 2019: Freiräume - Für Gott (GB2-2019)
Bild/Text: Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Drei Wege, um Gott im Alltag zu erleben

Freiräume – So lautet unser Jahresthema, das uns 2019 begleitet.
      Nachdem Kollegin Austen im letzten Gemeindebrief ihre Gedanken zum Thema Freiräume für mich – Was ich tun und lassen möchte niedergeschrieben hat, geht es für mich heute um die Frage: Freiräume für Gott – Was kann ich tun, um Gott im Alltag zu begegnen?
      Vorab ein kurzer, aber wichtiger Ausflug in die Dogmatik: Wir können über Gott nicht verfügen! Wenn wir Gott begegnen und ihn erleben, ist das sein Geschenk an uns. Ein Geschenk, das wir uns nicht selber machen, sondern das wir nur empfangen können. Eine Gottesbegegnung ist und bleibt unverfügbar. Das kann ich auch biografisch unterschreiben: Ich erinnere mich an Lebenssituationen, in denen ich das Gefühl hatte, keinen Zugang zu Gott zu finden, obwohl ich mich sehr danach gesehnt habe. Martin Luther spricht in diesem Zusammenhang vom verborgenen Gott, vom deus absconditus, den wir Menschen trotz aller Anstrengung nicht erkennen oder verstehen können. Diese verborgene Seite Gottes gehört zu ihm. Und zu unserem christlichen Glauben gehört es, diese – für uns oft schmerzhafte – Verborgenheit Gottes auszuhalten. Kennen Sie auch solche Momente, in denen Sie sich fragen: „Wo ist Gott jetzt? Wieso mutet er mir das zu? Wieso greift er nicht ein? Wieso dringe ich nicht zu ihm durch?“
      Gott-sei-Dank gibt es nicht nur solche Momente in meinem Glaubensleben! Es gibt auch Zeiten, in denen ich Gott erleben kann, in denen ich sicher bin, dass er da ist, dass er sich um mich kümmert und in meinem Leben wirkt und handelt. Auch Luther, der Zweifel und Anfechtung gut kannte, ist überzeugt: Gott ist nicht nur verborgen, er offenbart sich auch! Wir erleben ihn nicht nur als deus absconditus, sondern auch als deus revelatus: den sich offenbarenden Gott. Den lebendigen Gott, der erfahrbar ist, der uns nah kommt und uns spürbar beschenkt. Luther hofft und glaubt (und ich tue das mit ihm), dass sich der deus revelatus am Ende immer durchsetzen wird. Dass er sich Jahresthema Freiräume – Für Gott Drei Wege, um Gott im Alltag zu erleben wieder finden lässt, dass er selbst seine eigene Verborgenheit durchbricht und zu uns vordringt. Aber eben nicht, weil wir etwas tun, sondern weil er es selbst tut.
      Und doch bin ich überzeugt: Wir können etwas tun, um Gott zu begegnen. Wir können Voraussetzungen für eine Gottesbegegnung schaffen und Hindernisse dafür aus dem Weg räumen. Wir können uns selbst auf die Suche nach Gott machen – und werden ihn hoffentlich auch finden! Denken Sie an Jesu Ausspruch: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ (Lk 11,9).
      Aber wie geht das? Welche Wege können wir einschlagen, um Gott zu erleben?
      Ich will Ihnen heute von drei Wegen berichten, von denen ich glaube, dass sich Gott auf ihnen finden lässt. Es gibt noch mehr als diese drei und nicht jeder wird etwas für Sie sein – wir Menschen sind unterschiedlich und erleben Gott eben auch auf unterschiedliche Weise.

1. Stille
Gott wohnt in der Stille. Als er dem Prophete Elia begegnet, heißt es (1. Könige 19,11 f.): „Und siehe, der HERR ging vorüber. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.“ Wir sehen: Gott zeigt sich ganz unspektakulär! Nicht im Sturm, nicht im lauten Getöse von Erdbeben und Feuer, sondern in einem stillen, sanften Sausen. Wenn wir bewusst still werden, und uns auf Gott besinnen, kann es sein, dass wir ihm darin begegnen. Schade nur, dass es so selten still um uns ist! Ich muss mir solche Momente bewusst nehmen. Ob zuhause „im stillen Kämmerlein“, im Gottesdienst oder durch eine bewusste Auszeit, wie zum Beispiel die Schweige-Exerzitien im Kloster Bursfelde, die ich letztes Jahr mitgemacht habe. Da wird gleich mehrere Tage geschwiegen – eine besondere Erfahrung! Wäre das auch mal was für Sie?

2. Bibel
Nicht ohne Grund nennen viele Christen die Bibel „Heilige Schrift“. Über Jahrhunderte hinweg haben Christen in und zwischen ihren Zeilen Gott entdeckt. In den Geschichten, die Menschen mit ihm erlebt haben. In den Worten, die er durch seine Propheten gesprochen hat. In den Berichten über Jesus, in dem Gott einer von uns wurde. Immer wieder merke ich, wie einzelne Bibelworte oder -verse in meine Situation passen und Gott so in mein Leben hineinspricht. Kennen Sie zum Beispiel die „Losungen“? Das sind zwei Bibelverse für jeden Tag; einer aus dem Alten und einer aus dem Neuen Testament. Sie finden Sie zum Beispiel auf unserer Homepage oder auch kostenlos als App fürs Smartphone in Ihrem Appstore.

3. Christliche Gemeinschaft
„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ verheißt Jesus in Matthäus 18,20. Und ich kann bestätigen: Ich erlebe Gott häufig in christlicher Gemeinschaft. Die gibt es bekanntlich in ganz verschiedenen Formaten, auch in unserer Gemeinde: bei „Brot und Butter“; beim Gespräch mit einem guten Freund; in einem Gottesdienst (oder auch im geselligen Teil danach); im Hauskreis; wenn wir miteinander singen oder beten. Haben Sie schon Ihre „Lieblingsform“ von christlicher Gemeinschaft gefunden?

      Drei verschiedene Wege, Gott zu begegnen. Ich kann nur wiederholen: Es geht dabei nicht um Automatismen (nach dem Motto: Sobald ich still werde, Bibel lese, in christlicher Gemeinschaft bin, erlebe ich eine Gottesbegegnung). Gott lässt nicht über sich verfügen. Aber die Chancen stehen gut, ihn auf diesen oder anderen Wegen zu erleben. Denn er hat verheißen, sich von uns finden zu lassen.

Pastor Raphael Below

Aus: Gemeindebrief 2 - 2019

Menschen am Strand / GB3-2019 Seite 2
Foto: Tyler Nix; https://unsplash.com

Warum die „Anderen“ eigentlich so wichtig sind – und wer sie sein könnten

Hier ist sie, die vierte und letzte Ausgabe unseres Jahres-Themas „Freiräume“.
      Nach grundsätzlichen Überlegungen zur Sinnhaftigkeit von Freiräumen haben wir bei uns selbst angefangen: „Freiräume für mich.“ „Freiräume für Gott“ war Thema im letzten Gemeindebrief. Dieses Mal lautet es „Freiräume für Andere“.
      Die Anderen? Sind die wirklich so wichtig für uns Christen? Muss ich für die denn überhaupt Freiräume schaffen? Ist es nicht viel wichtiger, Gott zu ehren und in unserem persönlichen Glauben zu wachsen?
      Antwort: Das Eine geht nicht ohne das Andere. Gott kann nicht adäquat von uns geliebt werden, wenn wir nicht auch unsere Mitmenschen lieben. Ganz deutlich wird das im 1. Johannesbrief, Kapitel 4,20. Da heißt es: „Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht.“ Und auch Jesus macht das in der „Goldenen Regel“ (Matthäus 22,37-40) klar: Ebenso wichtig wie Gott zu lieben ist es, unsere Nächsten und uns selbst zu lieben.
      Für uns Christen führt also kein Weg an unseren Mitmenschen vorbei. Andere zu lieben und für sie da zu sein ist elementarer Bestandteil unseres Glaubens.
      Aber wer sind denn eigentlich diese „Anderen“, für die ich Freiräume schaffen soll? Ich habe mal zwei besondere Zielgruppe unter der Masse an „Anderen“ ausgewählt, von denen ich überzeugt bin, dass sie unsere Freiräume, unsere Aufmerksamkeit und unsere Liebe besonders verdient haben.

1. Familie
      Das wird keine große Überraschung für Sie sein. Ich vermute, wenn Sie, liebe Leser, gefragt würden, welche Menschen Ihnen am wichtigsten sind, würden Sie sofort antworten: „Meine Familie“. Das ist schön! Aber räumen Sie Ihrer Familie auch Freiräume ein? Lassen Sie sie Ihre Liebe auch spüren?
      Ich erlebe häufig, dass gerade die Menschen, die uns am wichtigsten sind (Partnerin oder Partner, Mutter und Vater, Söhne und Töchter oder Geschwister) als selbstverständlich betrachtet werden. Die sind halt da, die gehören fast schon zum Inventar, sind aber nichts Besonderes. Ja, Familie ist uns wichtig! Aber weil wir ständig mit ihr zu tun haben, nehmen wir uns nur selten Freiräume für sie.
      Ich muss mir da auch an die eigene Nase fassen. Auch für mich ist es eine Herausforderung, meiner Familie Platz in meinem Leben einzuräumen.
Ein paar Dinge, die mir bzw. uns als Familie dabei helfen, sind:

  • Der gemeinsame freie Tag (meistens ist es der Mittwoch) mit meiner Frau: Ein Tag, an dem wir uns nicht nur mit dem beschäftigen wollen, was erledigt werden muss, sondern an dem wir uns auch Zeit für einander nehmen, ausführlich zusammen frühstücken, Essen gehen oder etwas anderes unternehmen, was uns gut tut.
  • Brüder-Wochenenden: Einmal pro Jahr versuchen meine drei Brüder und ich, ein Wochenende miteinander zu verbringen. Auch da unternehmen wir vieles, was uns Spaß macht: Beachvolleyball, Wakeboarden, Grillen oder Spazieren. Aber an so einem Wochenende finden wir auch immer Zeit, miteinander zu reden und zu hören, was die Anderen gerade beschäftigt.
  • Familien-Urlaub: Einmal pro Jahr fahren wir im größeren Familienkreis (mittlerweile sind das ca. 20 Leute) für ein verlängertes Wochenende oder eine ganze Woche zusammen weg.

      Hinter allen drei Dingen steht die Erkenntnis, dass Beziehungen, auch die in der Familie, keine Selbstläufer sind. Sie brauchen Freiräume. Zeiten, um einander zuzuhören. Zeiten, um für einander da zu sein. Zeiten, um unsere Nächsten, um unsere Familie zu lieben.

2. Bedürftige
      Es gibt eine Gruppe von „Anderen“, für die Gott eine besondere Leidenschaft hat.
      Die Bibel nennt zahlreiche Bezeichnungen für sie: „Witwen und Waisen“, „Fremdlinge“, „Arme“, „Kranke“, „Geringe“ und noch viele mehr. Alle haben gemeinsam, dass sie in irgendeiner Form bedürftig sind und darunter leiden. Durch die ganze Bibel, vom mosaischen Gesetz über die Prophetenbücher bis hin zu Jesus und den Aposteln, zieht sich Gottes Appell an uns, für diese Menschen einzutreten. Die Anderen, unsere Nächsten, das sind die Menschen, die unsere Hilfe nötig haben! Sie sollen wir lieben! Für sie sollen wir eintreten!
      Für mich heißt das: Ich muss mir Freiräume für diese Menschen nehmen. Denn auch hier gilt: Von nichts kommt nichts. Wenn ich bedürftigen Menschen nicht ausdrücklich Raum und Zeit einräume, werden sie in meinem Leben keine Rolle spielen. Wie ich diese Räume und Zeiten dann fülle, ist unterschiedlich.
      Es kann ein Besuch bei einer Kranken sein. Eine Münze, die ich dem Obdachlosen zustecke, wenn ich mal in Hildesheim bin. Es kann auch eine Petition zur Freilassung eines politischen Gefangenen sein. Oder eine Überweisung an die UNHCR (die Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen), die versucht, den über 70 Millionen Menschen zu helfen, die weltweit auf der Flucht vor Terror, Krieg und Hunger sind.

      Nochmal: Von nichts kommt nichts. Darum fragen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, und fragen Sie Gott, welche Menschen Ihre „Anderen“ sein könnten! Ihr Partner? Ihre Familie? Menschen, deren Leid Ihnen zu Herzen geht?
      Und dann: Nehmen Sie sich Zeit für diese Leute! Schaffen Sie Freiräume für sie!

Ihr Pastor Raphael Below

Aus: Gemeindebrief 3 - 2019

Aus dem Gemeindeleben...

Portrait Elvira Fink
Foto: Jessica Pavel

Im Interview mit Elvira Fink

Elvira Fink ist seit vier Jahren als Chorleiterin in unserer Zwölf-Apostel Kirchengemeinde Sarstedt-Land beschäftigt und absolviert seit dem 1. Januar diesen Jahres eine berufsbegleitende Ausbildung zur Diakonin.
Obwohl wir beide dich bereits seit Gründung von „Cantiamo" persönlich
kennen, möchten wir dich mit diesem Interview auch der Gemeinde
näher vorstellen.

E. F.: Ich heiße Elvira Fink, bin verheiratet, habe zwei Kinder und wohne seit 2010 in Ingeln-Oesselse. Nach meinem Schulabschluss habe ich an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover „Elementare Musikpädagogik“ studiert und war dann im Anschluss an der Musikschule Hannover und an der Musikschule Laatzen als Musikpädagogin und -geragogin (beschäftigt sich mit der musikalischen Bildung älterer Menschen, Anm. der Redaktion) tätig. Da ich neben meiner Tätigkeit als Musikpädagogin auch schon immer als Stimmbildnerin und Chorleiterin tätig war, habe ich nach meiner ersten Elternzeit in unserer Gemeinde 2014 den Kinderchor „Sternschnuppensänger“ gegründet. Daraus entstand dann etwas später der Jugendchor „Symphony“ und wieder etwas später wurde der Erwachsenenchor „Cantiamo“ ins Leben gerufen.

Wie kam es dazu, dass du die Liebe zur Musik entdeckt hast und warum hast du dir gerade den Studiengang „Elementare Musikpädagogik" ausgesucht?

E. F.: Die Musik wurde mir quasi in die Wiege gelegt, da meine Mutter Pianistin, Dirigentin und Chorleiterin ist und die Familie meines Vaters immer musikalisch war. Ich habe bereits mit fünf Jahren auf der Bühne gestanden, später hatte ich mit meinen Eltern eine Band, mit der wir 10 Jahre in ganz Deutschland aufgetreten sind. Ich wollte schon immer Lehrerin werden und irgendetwas mit Musik machen. Ziemlich früh habe ich Blockflöte, Querflöte und Klavier gelernt und war sehr engagiert an der Musikschule meines Wohnortes, habe dort zahlreiche Auftritte absolviert und auch an Prüfungen teilgenommen und bin dabei auf den Studiengang „Elementare Musikpädagogik“ aufmerksam geworden. Ich wollte dann erstmal Operngesang an einem Konservatorium in Hamburg absolvieren; es hat sich dann aber alles anders gefügt und ich bin dann nach Hannover an die Hochschule für Musik und Theater gekommen und habe dort „Elementare Musikpädagogik“ studiert, unter anderem auch Chorleitung und Dirigat, und absolvierte auch eine Zusatzausbildung zur Musikgeragogin.

Du hast Dein Arbeitsverhältnis mit der Musikschule Laatzen beendet und seit August 2018 als Koordinatorin der Zwischenzeitangebote des KU4-Models in der Zwölf-Apostel Kirchengemeinde gearbeitet. Wie kam es zu diesem Entschluss?

E. F.: Mein Lebensmotto war schon immer „Alles hat seine Zeit“ (Pred 3,1 – 17). Und es war an der Zeit, mich einer neuen Herausforderung zu stellen, und das Angebot, in unserer Kirchengemeinde hier an meinem Wohnort zusätzlich zu meiner Chorleitertätigkeit beschäftigt sein zu können, hat mich sehr gereizt. Somit habe ich mich zu dieser beruflichen Veränderung entschlossen. Außerdem war ich hier ja auch schon als Chorleiterin tätig und kannte deshalb schon das Team und die Gegebenheiten. Der Umbruch fiel mir also nicht schwer.

Was hat dich veranlasst, nun eine berufsbegleitende Ausbildung zur Diakonin zu absolvieren?

E. F.: Da ich seit August des letzten Jahres nun noch intensiver mit und für die Gemeinde arbeiten durfte, wurde es für mich an der Zeit zu überlegen, wie meine Zukunft hier aussehen sollte. Über viele Wege und Begegnungen wurde mir die berufsbegleitende Ausbildung als Diakonin vorgestellt. Da ich über die tolle Zusammenarbeit im Team sehr begeistert bin, ich mich im Team auch sehr aufgenommen und wohl fühle und mir die Gemeindearbeit sehr am Herzen liegt, habe ich mich für diesen Weg entschieden, zumal mir auch meine Familie tatkräftige Unterstützung während der Ausbildungszeit zugesichert hat. Ohne die familiäre Unterstützung und auch die mir zugesicherte Unterstützung des Pastorenteams, über die ich sehr dankbar bin, würde es sicherlich auch nicht funktionieren.

Wie läuft der Ausbildungsgang ab und was beinhaltet er?

E. F.: Ich konnte zwischen drei Ausbildungsstätten wählen und habe mich für das „Theologisch-Pädagogische Seminar Malche“ in Porta Westfalica entschieden. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, da ich aber Quereinsteigerin bin, absolviere ich die Ausbildung in 2,5 Jahren. In dieser Zeit finden acht Seminarwochen in Porta Westfalica statt, in denen ich also von zu Hause und somit von meiner Familie getrennt bin. Deshalb ist die Unterstützung meiner Familie mir auch so wichtig. Als Vor- und Nachbereitung der Seminarwochen muss ich ein umfangreiches Eigenstudium leisten. Außerdem beinhaltet der Ausbildungsgang eine 7- bis 12-stündige Superversion, eine Abschlussarbeit und das Examen. Das hört sich alles sehr umfangreich an, aber die einzelnen Module der Seminarwochen reizen mich und hören sich vielversprechend an und ich freue mich sehr, mich diesbezüglich weiterbilden zu können.

Welche Aufgaben werden als zukünftige Diakonin auf dich zukommen?

E. F.: Weiterhin werde ich für den musikalischen Part zuständig sein, also für die Chöre, die Gottesdienstband und den Gottesdienstchor, ich werde die Betreuung der Kindergärten und auch weiterhin die Koordination der Zwischenzeitangebote des KU4-Models übernehmen.
Auch Andachten stehen nun auf meinem Dienstplan.

Welche Wünsche hast du für die Zukunft?

E. F.: Ich freue mich auf eine aufregende und spannende Zeit, und dass
sich alles so fügt, wie ich es mir vorstelle. Ich bin offen für neue Herausforderungen und freue mich auf meine neuen Aufgaben.

Vielen Dank für deine Zeit und das Interview. Für Deinen beruflichen Weg wünschen wir Dir viel Kraft, Mut und Erfolg.

Aus: Gemeindebrief 1 - 2019 / Pastor Yorick Schulz-Wackerbarth

Portrait Juergen Niemann
Foto: Christian Nüßler

seit 50 Jahren Organist in „seiner“ Kirchengemeinde

Jeder freut sich, wenn Jürgen Niemann spielt. Zumindest ist mir noch nie jemand begegnet, der gesagt hat: „Der Gottesdienst war ja ganz schön, aber die Musik von Herrn Niemann lässt ja echt zu wünschen übrig!“ Ganz im Gegenteil: Wenn Jürgen an der Orgel oder am Piano sitzt, dann gibt es meist begeisterte Rückmeldungen, und zwar immer noch! Man könnte ja meinen, die Gemeinde habe sich inzwischen an den hohen Standard gewöhnt. Schließlich spielt Jürgen schon seit 50 Jahren in seiner Kirchengemeinde…

…„seiner Kirchengemeinde“ – ich fragte ihn, was das denn für ihn bedeute? Schließlich hat Jürgen Niemann in seiner Zeit als Organist bereits viele Veränderungen in der Kirche miterlebt.

Angefangen hat er damals in Groß Lobke. Bereits als Konfirmand war er Pastor Knauer aufgrund seiner Musikalität aufgefallen. Als der damalige Organist, Hartmut Hillmer, 1969 seinen Dienst beendete, bat Pastor Knauer den erst 16-jährigen Jürgen Niemann, ob er sich nicht vorstellen könne, den Orgeldienst zu übernehmen. Jürgen hatte zu dem Zeitpunkt noch nie auf der Orgelbank gesessen. Klavier spielen konnte er. Gerade erst hatte er aber seinen Klavierunterricht aufgegeben, weil er keine Lust mehr hatte – sehr zum Leidwesen seiner Mutter. Das Angebot und die Herausforderung, die ihm Pastor Knauer präsentierte, war Anlass, das Musizieren wieder aufzunehmen. Der Kirchenvorstand bot ihm ein Stipendium für den Orgelunterricht unter der Maßgabe, dass Jürgen ab sofort regelmäßig den Gottesdienst auf der Orgel begleite. 3 DM musste er damals pro Orgelstunde dazuzahlen – andere Zeiten. Im Rückblick ist Jürgen unheimlich dankbar für den Ruck, den Anstoß von einem Pastor, der einem jungen Menschen etwas zugetraut hat. Wäre es nicht für diesen Auftrag zum Orgelspiel gewesen, wäre es vielleicht nie zu seinem Musikstudium gekommen.

Geteilt hat er sich die Stelle damals mit Frau Knauer. Später dann, nach Knauers Weggang aus der Gemeinde, bestritt Jürgen den Organistendienst einige Jahre lang zusammen mit Bernd Wichman. An diese Zeiten denkt er gerne zurück: „Das war immer eine sehr konstruktive Zusammenarbeit“, erinnert sich Jürgen.

Seine ersten Gottesdienste waren von Aufregung geprägt. Klar, an so einem mächtigen Instrument als Anfänger zu sitzen ist keine leichte Sache. Wenn man Jürgen heute so erlebt, kann man sich das gar nicht mehr vorstellen – ein nervöser Jürgen Niemann (!) … so lässig, wie seine flinken und geübten Finger sich heute auf den Tasten bewegen. Aber jede Entwicklung hat schließlich ihren Anfang.

Pastor Knauer stellte ihm im Januar 1971 ein Zeugnis aus, in dem Folgendes stand: Den Organistendienst übt Jürgen Niemann „mit großer Gewissenhaftigkeit aus. Es ist erfreulich, wie sich hier ein junges Gemeindeglied mit großer Selbstverständlichkeit in das Gemeindeleben selbstlos einfügt, um auf seine Weise ad gloriam dei [„zur Ehre Gottes“, Anm. des Verfassers] beizutragen.“ Und sein Orgellehrer, Johannes Baumann, schrieb im selben Jahr: „Ich konnte bei [Jürgen Niemann] eine Einsatzbereitschaft und Liebe zur Sache der gottesdienstlichen Kirchenmusik beobachten, wie man sie bei Schülern seines Alters nur selten findet.“ An dieser Hingabe hat sich bis heute nichts geändert. Wer Jürgen spielen hört, merkt, dass ihn eine Liebe zur Sache der gottesdienstlichen Musik antreibt.

Wie viele Gottesdienste werden das wohl gewesen sein in den fünf Jahrzehnten? Leichter zusammentragen lassen sich die Pastoren und Pastorinnen, mit denen er zusammengearbeitet hat: Zählt man die Pastoren und Pastorinnen der Zwölf-Apostel Gemeinde mit, dann waren es insgesamt 14. Und mit jedem und jeder kam ein anderer Akzent in die Gemeinde. Der eine sang die Liturgie hervorragend, erinnert sich Jürgen, andere hingegen (und wir nennen hier keine Namen) waren in musikalischer Hinsicht nicht mehr zu retten. Aber die Pastoren prägten Jürgens Zeit in der Gemeinde nicht nur mit Blick auf die Musik. Auch auf menschlicher Ebene gab es in den 50 Jahren Höhepunkte, aber auch Durststrecken und Konflikte. Jürgen ist froh, dass er auch in diesen schweren Zeiten durchgehalten hat und drangeblieben ist, denn es bereitet ihm auch heute noch Freude, in der Kirche zu musizieren. Und das ja nicht nur an der Orgel:

Jürgen Niemann spielte auch viele Jahre im Groß Lobker Posaunenchor – zunächst das Tenorhorn, später die Posaune und dann auch noch die Trompete. Den Posaunenchor gibt es leider schon seit den 70-er Jahren nicht mehr. Uns allen in unmittelbarer Erinnerung ist aber seine Band-Arbeit in der Gemeinde: Nach einem Aufruf 2012 im Gemeindebrief ( „GESUCHT, Junge Musiker!“) formte sich die Band „High Spirits“. Viele Jahre hat Jürgen die Jugendlichen begleitet und geschult. Ihr erster Auftritt war in einem Gottesdienst in Wirringen – die Band spielte von der Empore! Leider ist auch die Zeit mit High Spirits vorbei – die Jugendlichen sind nun in der Ausbildung und im Studium und wohnen nicht mehr vor Ort. Doch gerade wächst wieder eine neue Band in unserer Gemeinde zusammen. Und auch an diesem Projekt ist Jürgen beteiligt. 

Jürgen Niemann hat „seine Kirchengemeinde“ 50 Jahre begleitet. Und was ist „seine Gemeinde“? Das sind die Menschen, die gottesdienstliche Gemeinde, die treuen Seelen aber auch die GelegenheitsbesucherInnen, sagt Jürgen: „Mein Verhältnis zur Gemeinde war immer positiv. Mit den Menschen habe ich mich verbunden gefühlt und fühle mich immer noch verbunden“.

Und wir fühlen uns mit dir verbunden, Jürgen!

Das wollen wir in einem Gottesdienst noch mal zur Sprache bringen: Am 30. Juni feiern wir einen alternativen Abendgottesdienst in Groß Lobke. In diesem Gottesdienst wollen wir auch Jürgens Jubiläum zelebrieren. Mehr dazu im nächsten Gemeindebrief. So viel sei aber schon jetzt gesagt: Jürgen, wir sind wir froh, dich in unserer Gemeinde zu haben! Bleib uns noch lange mit deiner Musik erhalten!

Aus: Gemeindebrief 1 - 2019 / Pastor Yorick Schulz-Wackerbarth

GB2-2019 14. FeierAbendZeit in Wätzum - Die Handpan
Foto: Dagmar Arnemann

Kapelle bis auf den letzten Platz gefüllt

Als auch der letzte Klappstuhl aus der Ecke hervorgeholt war und alle einen Platz gefunden hatten, breitete sich eine spürbare Erwartung im Raum aus. War es das Thema, oder war es mehr das geheimnisvolle Instrument, das dieses große Interesse geweckt hatte? In den Kommentaren hinterher waren es eindeutig die Klänge der Handpan, die als erstes genannt wurden. Offensichtlich hatte Phillipp Arnemann mit seinem neuen unbekannten Instrument auch „unseren“ Pianisten Jürgen Niemann dazu angeregt, seinem Piano neue ungewohnte Töne zu entlocken.
      Das Thema hatte geheißen: Überflutung mit Worten und Geräuschen – kann die Musik klug und weise machen? Der Büchermarkt zeigt z. Zt. ein Riesenangebot zum Thema „Weisheit“, aber letztlich können sich die Gelehrten nicht darauf einigen, wie man den Begriff eindeutig erklären kann. Die Meinungen gehen auch auseinander bei der Frage, was sich wirklich ereignet bei der Einwirkung von Geräuschen, Klängen auf das Ohr und bei Musik an sich. Die Hirnforschung kann sich den Zusammenhängen annähern, wie die Ärztin Christiane Doering erklärte. Doch ob Musik wirklich klüger macht, kann auch die Wissenschaft nicht mit Ja oder Nein beantworten. Anders die Aussagen der vorgelesenen kurzen Weisheitsgeschichten. Sie gaben auf einer anderen Ebene glaubwürdige Hinweise auf das Wesen der Weisheit. Eine Erzählung des Benediktinerpaters Notker Wolf vermittelte, dass vor allem eines klar ist: Musik führt zur Freude. „Und Freude hilft gegen die Angst.“ Nach Meinung des Gitarre spielenden Ordensbruders, der in seiner Mönchskutte auch schon mit der Rock-Gruppe „Deep Purple“ auftrat, kann das auch Rockmusik sein.
      Auf welche Art und Weise dagegen ein leiser Ton auf Hirn und Herz wirkt, zeigte die autobiografische Geschichte eines alten Mannes, der sich vergeblich um ein kunstvolles Gitarrenspiel müht. Der „Liebegott“ persönlich ermuntert ihn, einfach einen Ton zu spielen:
      „Du zupfst eine Seite, und ein Ton ist da, der vorher noch nie da war. Er steht nur für dich auf. Wandert in dein Ohr. Streift über dein Herz. Und lädt es ein mitzuschwingen… Deine Seele schwingt mit und fliegt mit bis zu den Engeln. Töne können so was machen.“
      Vielleicht findet Klaus Pfitzner hier in seinem Buch „Freispiel“ Worte für das Erleben der Musik an diesem Abend, für das die gängigen Begriffe nicht ausreichen. Der Beifall galt sowohl den Soli der Musiker als auch dem unglaublich harmonisch improvisierten Zusammenspiel. Die Handpan mit ihren nur sieben Tönen und unzählbaren Obertönen hatte alle Erwartungen übertroffen. Und die beiden Musiker belohnten den Beifall mit zwei Zugaben. Die gute Aussicht: Die beiden Musiker werden in absehbarer Zeit das Gemeindeleben wieder mit ihrer Musik bereichern.
      Nach der Vorstellung blieben noch viele Gäste bei Apfelpunsch und Keksen zum regen Austausch beisammen.

Der Vorbereitungskreis für die FeierAbendZeit

Aus: Gemeindebrief 2 - 2019

Pastor Schulz-Wackerbarth
Bild: Yorick Schulz-Wackerbarth

Einführungsgottesdienst am 23. Juni

Erinnern Sie sich noch? Am 28. Februar 2016 wurde Yorick Schulz-Wackerbarth in der St. Nicolaikirche in Ingeln-Oessele von Landessuperintendent Gorka ordiniert. Es war seine erste Stelle. Die durfte er sich nicht selber aussuchen. „Ach, der bleibt nicht lange,“ wird so mancher gedacht haben. „Einer, der in Kanada studiert hat, und neben einem Abschluss in Kirchenmusik auch noch einen Master in Philosophie gemacht hat, und dann auch noch in Theologie promoviert, was will der bei uns auf dem Lande?“ So kann man sich täuschen! Er will hier mit seiner Familie leben und in unserer Gemeinde weiterhin arbeiten.
      Nach Ablauf seiner dreijährigen Probezeit wurde Pastor Dr. Schulz- Wackerbarth die Bewerbungsfähigkeit verliehen. Damit hätte er sich auf jede freie Pfarrstelle in der Landeskirche Hannovers bewerben können. Aber er hat sich entschieden, in der Zwölf-Apostel Kirchengemeinde Sarstedt- Land zu bleiben. Wie schön! Dafür musste er sich ordnungsgemäß auf die Pfarrstelle bewerben, die er bislang als Pastor auf Probe versehen hat. Die Landeskirche und der Kirchenvorstand haben seiner Bewerbung zugestimmt. Die Regularien der Landeskirche sehen vor, dass er nun offiziell als Pfarrstelleninhaber auf dieser Stelle eingeführt wird.
      Das soll in einem Gottesdienst am 23. Juni um 10 Uhr geschehen, in der St. Nicolaikirche in Ingeln-Oesselse. Die Einführung wird Superintendent Mirko Peisert vornehmen. Danach ist die Gemeinde zu einem kleinen Empfang in der Kirche eingeladen.

Pastorin Annegret Austen

Aus: Gemeindebrief 2 - 2019

Kirche Räder Stillleben Veranstaltungen
Foto: urk_fentjer, www.foto-vom-fehn.de/index.php?/page/impressum

Themen von Ihnen vorgeschlagen und gewählt

Im Jahr der Freiräume hatten wir die Idee, an den Sonntagen in der Sommerkirche Freiräume für unsere Gedanken zu schaffen. Einmal nicht über die in der Perikopenordnung vorgeschlagen Bibeltexte predigen, sondern Gottesdienste gestalten zu von Gemeindegliedern vorgeschlagenen Themen. So wurden im Januar die Teilnehmenden in einem EINER FÜR ALLE Gottesdienst gebeten, Vorschläge für Themen für die Sommerkirche auf einen Zettel zu schreiben.
      Wir waren gespannt, ob und welche Einfälle in einer kurzen Aktionsphase im Gottesdienst zu Papier gebracht werden würden. Um es vorwegzunehmen: Die Sommerferien könnten ein ganzes Jahr dauern, und wir hätten immer noch genügend Vorschläge für die thematische Gestaltung von Gottesdiensten. So viele Ideen hatten Sie, und viele haben gleich mehrere Wünsche auf den Zettel geschrieben. Es war gar nicht so einfach, die ganzen Vorschläge zu ordnen und zu Themenkomplexen zusammenzustellen. Am Ende gab es 24 Themenblöcke mit diversen Unterthemen.
      Und dann war die Gemeinde wieder dran. Auf unserer Homepage war eine Abstimmung möglich, ebenso nach den Gottesdiensten ganz traditionell auf einem Stimmzettel. 6 Themen durften ausgewählt werden. Das Ergebnis steht nun fest. Welches Thema in welchem Gottesdienst bedacht wird, können Sie in der unten stehenden Tabelle sehen.
      Bedingt durch die Abwesenheit von Pastor Schulz-Wackerbarth während seiner Elternzeit haben wir Ausschau gehalten, wer uns bei der Gestaltung der Gottesdienste in der Sommerkirche unterstützen kann und sind froh darüber, dass wir von Pastorin Dr. Vera-Christina Pabst und Pastor Robert Smietana Zusagen bekommen haben. Auch sie werden zu den von Ihnen gewählten Themen die Gottesdienste gestalten. In bewährter Weise gibt es bei jedem Gottesdienst mehrere Menschen, die den Gottesdienst mit vorbereiten und gestalten.
      An einem dieser Sonntage wird die Kirche in Gödringen nach der Restaurierung des Deckengemäldes wieder eingeweiht werden. Für diese Sommerkirche konnte Superintendent Mirko Peisert für die Predigt gewonnen werden. Achtung! Dieser Gottesdienst beginnt erst um 11 Uhr. Anschließend gibt es dort ein Fest rund um die Kirche (siehe auch nächsten Beitrag auf dieser Seite).
      Sicherlich werden nicht alle Ihre Vorschläge in einem Gottesdienst zur Sprache kommen, die unter einem Themenkomplex zusammengefasst worden sind. Seien Sie gespannt, welcher Schwerpunkt jeweils gesetzt wird. Nach jedem Gottesdienst wird es bei Getränken und einem kleinen Imbiss die Gelegenheit geben zu Begegnung und Gespräch. Wir freuen uns auf Sie!

Pastorin Annegret Austen

Freiräume für Gedanken — Themen in der Sommerkirche
Datum und Uhrzeit Ort Thema  
7. Juli
10 Uhr
Lühnde
mit Taufen
Zwischenmenschliche Beziehungen Pn. Austen und Team
14. Juli
10 Uhr
Klein Lobke
Freiluftgottesdienst
Christsein im Alltag P. Smietana und Team
21. Juli
10 Uhr
Wirringen
mit Abendmahl
Zufriedenheit und Dankbarkeit Pn. Austen und Team
28. Juli
10 Uhr
Ingeln-Oesselse Sinn des Lebens P. Below und Team
4. August
11 Uhr
Gödringen
Wiedereröffnung der Kirche
Christsein in unserer Gesellschaft Superintendent Peisert und Team
11. August
10 Uhr
Algermissen Glaube und Ethik Pn. Dr. Pabst und Team

 

Aus: Gemeindebrief 2 - 2019

St. Nicolai zu Goedringen - Bilder Wand/Decke
Fotos: Heike Wehner Ars Colendi (Deckenbild) / Heidi Weise (Wandbild)

Gottesdienst und Sommerfest zur Eröffnung der renovierten Kirche am 4. August

Vor neun Jahren bekam die St. Nicolai Kirche Gödringen ein neues Dach und die Stabilität der Eichenbohlen im Kirchenschiff musste geprüft werden, denn hier lösten sich ganze Schwaden. So kam es zur ersten Entdeckung einer Mittelalterlichen Malerei: „Mann mit Rauschebart“.
      Vor sieben Jahren begannen die erweiterten Voruntersuchungen. Mit Genehmigung des Kirchenvorstandes gründet sich die Projektgruppe „Jesus freilegen“. Unter der Federführung von Rüdiger Beneke (Vorsitzender des Kirchenvorstandes) und mit professioneller Unterstützung von Pastor Robert Smietana (Fundraising Manager im Kirchenkreis Hildesheim- Sarstedt) wurden Förderanträge gestellt. Fördermittel wurden bewilligt von der Rudolf-August-Oetker Stiftung, der Klosterkammer und vom Kirchenkreis. Christian Paul vom Amt für Bau- und Kunstpflege Hildesheim hat mit höchstem Engagement die Bauleitung übernommen. Zahlreiche Menschen haben für ihre Kirche gespendet. Das alles erfüllt uns mit großer Dankbarkeit!
      Es war schon mutig zu starten, ohne zu wissen, was Jahrzehnte unter weißen Farbschichten und Tüchern verborgen war. Ziel der Projektgruppe ist es, für die Kirchengemeinde ein Kunstwerk wieder zu Tage zu fördern. Wir haben eine ganze Veranstaltungsreihe geschaffen, um alle auf dem Laufenden zu halten über das, was im Gotteshaus passiert und welche Fortschritte der Restaurierung Heike Wehner und Christoph Keimling von Ars Colendi Paderborn wieder gelungen sind.
      Das Format der Baustellenbesichtigung „Sonntags von drei bis sechs mit Kaffee und Gebäck“ wurde von mehreren hundert Besuchern genutzt. Die fortlaufenden Termine offenbarten, was da jeweils zum Vorschein gekommen war:
- Jesus ganz nah (30.9.2018)
- Freiraum zwischen Himmel und Hölle (4.11.2018)
- Jesus – Maria – Josef und all das Drumherum (6.1.2019)
- Jesus neu entdecken – aufgefahren in den Himmel (17.2.2019)

      Die Projektgruppe ist hocherfreut über das großartige Interesse der Besuchergruppen von nah und fern und die vielen Initiativen zur Mitwirkung aus dem Dorf. Ein Jahr nach dem Startschuss zur Restaurierung werden die Arbeiten im Juli dieses Jahres fertig sein. Wer in der St. Nicolai Gödringen zur Decke schaut, erblickt in drei Ornamenten: Jesu Geburt, Jesu Auferstehung, Jesu Himmelfahrt und über dem Altar „Das Jüngste Gericht“.
      Ebenso wurde ein Wandbild entdeckt und freigelegt von Pastor Johannes Bissendorf, dessen Leichnam 1635 nach Gödringen überführt und dort in der Kirche beigesetzt wurde. Seine Biografie im Zusammenhang mit der Reformation müsste genauer erforscht werden. Seine Bedeutung als einziger Märtyrer der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Hannovers ist jedoch unbestritten und unterstreicht die kirchengeschichtliche Bedeutung der St. Nicolai Kirche und die Notwendigkeit ihrer Restaurierung.
      Das alles muss gefeiert werden. Im Rahmen der Sommerkirche der Zwölf-Apostel Kirchengemeinde Sarstedt- Land findet am Sonntag, dem 4. August (Beginn 11 Uhr) ein Festgottesdienst statt. Superintendent Mirko Peisert wird die Predigt halten. Im Anschluss soll gefeiert werden. Ein schönes Sommerfest erwartet alle, die an dieser Eröffnungsveranstaltung teilnehmen möchten.
      Darüber hinaus plant die Projektgruppe an mehreren Tagen (31. Juli, 1. / 3. / 4. August) weitere Veranstaltungen. Zum Programm werden wir Sie in Kürze genauer informieren über Flyer, Ankündigungen in den Gottesdiensten und auf der Homepage.
      Lassen Sie sich überraschen und fühlen Sie sich herzlich eingeladen: Kommt, denn es ist alles bereit! Unsere Gödringer Kirche erstrahlt in neuem Glanz.

Dr. Ingrid Otto, Gödringen

Aus: Gemeindebrief 2 - 2019

Aktion für Ex-Konfis und TeamerInnen

Der diesjährige Sommer hatte wirklich ein paar heiße Tage.
Umso naheliegender war es, eine Aktion in Wasser-Nähe für unsere Frisch-Konfirmierten und TeamerInnen zu planen. Am Sonntag, den 23. Juni war es soweit. Bei ca. 25 Grad brachen wir mit dem Bus des Kirchenkreis-Jugenddienstes, einem Anhänger mit drei Schlauchbooten und einem PKW Richtung in Schulenburg auf. Wir, das waren insgesamt 13 Personen und ein Hund.
In Schulenburg angekommen machten wir die Boote klar, suchten uns eine Anlegestelle und schipperten dann die Leine in Richtung Ruthe herunter. Da unsere Besatzung fast ausschließlich aus Süßwasser-MatrosInnen bestand, machten unsere Boote unterwegs mit dem ein oder anderen Buschwerk Bekanntschaft. Aber immerhin: Gekentert ist während der gut 2 Stunden Fahrt keines unserer Boote! Wenn jemand trotzdem nass geworden ist, dann weil sie oder er sich auf eigenen Wunsch für eine kurze Abkühlung in die Leine plumpsen ließ. Beendet wurde die Tour mit einem vielseitigen Mitbring-Abendessen nahe der Anlegestelle.
Insgesamt eine großartige Aktion, bei der wir alle richtig Spaß hatten!
Unser herzlicher Dank gilt Familie Köhler, die uns hin- und wieder zurück kutschierte.

Pastor Raphael Below

Foto: R. Below

Wandergottesdienst am 18. August von Hotteln über Bledeln nach Lühnde

Kennen Sie schon den „Mönnekenweg“? Ich bis vor kurzem auch nicht. Doch Wilhelm Hapke aus Bledeln half meiner Unwissenheit ab. Er klärte mich auf, dass es sich dabei um eben jenen Weg handelt, den früher Hottelner Mönche (daher die Bezeichnung) nahmen, um nach Lühnde zu gelangen und in der dortigen St. Martin Kirche ihren Dienst zu verrichten. Zur Zeit von Pastorin Burgk-Lempart habe es vor Jahren bereits mal einen Wandergottesdienst auf dem Mönnekenweg gegeben, und er regte an, etwas ähnliches beizeiten einmal zu wiederholen. Als die Mitglieder unserer „Zwölf Apostel Männer-aktiv“-Gruppe davon erfuhren, waren sie sofort Feuer und Flamme für die Idee, einen solchen Gottesdienst zu gestalten.
      Am 18. August ist es nun soweit: Um 10 Uhr wollen wir uns vor der Hottelner St. Dionys Kirche versammeln und nach einer kurzen Einstimmung und einem Reisesegen den Mönnekenweg ablaufen. Nach ca. einer Stunde Fußmarsch werden wir die Lühnder Rotten erreichen, wo wir für einen kurzen Stopp und einen Impuls verweilen. Von dort aus geht es dann zu unserem Zielpunkt: der St. Martin- Kirche in Lühnde. Dort wollen wir den Vormittag bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein, Gegrilltem und kühlen Getränken ausklingen lassen. Insgesamt wird sich die Strecke auf knappe fünf Kilometer belaufen. Falls Sie nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind, kommen Sie trotzdem gern! Sie können die Strecke auch mit dem Fahrrad fahren oder in Hotteln Fahrgemeinschaften bilden und den Weg mit dem Auto zurücklegen.
      Anmeldungen sind nicht nötig; außer festem Schuhwerk und vielleicht etwas Zehrung für den Weg benötigen Sie nichts. Wir freuen uns auf Sie!

Pastor Raphael Below

Aus: Gemeindebrief 2 - 2019

Zwölf-Apostel-on-Tour 25.05.2019 Essehof
Grafik: Bettina Oelkers; Foto: Wiebke Schulz-Wackerbarth

Eine gelungene Fahrt für Groß und Klein

Am 25. Mai war es wieder soweit: Bei angenehmen Temperaturen machten
wir uns mit fünf Familien auf den Weg on tour.
Diesmal war der Tierpark Essehof bei Lehre unser Ziel. Dort machten wir
nicht nur mit Eseln, Frettchen und Sittichen, sondern u. a. auch mit Nutrias, Kängurus, Erdmännchen und Stachelschweinen Bekanntschaft. Wir durften die Tiere bei Fütterungen erleben und teilweise sogar selbst füttern. Einigen Tieren konnte man dabei besonders nahe kommen, den Rehen, durch deren Gehege man laufen darf und besonders imposant den Affen, mit denen man (nur durch eine Glasscheibe getrennt) im selben Auto sitzen, wippen oder auch mit ihnen klettern kann. So wie die Affen für uns im Gehege saßen, sah es für die Affen so aus, als ob wir im Gehege gewesen wären.
Nach einem üppigen selbstmitgebrachten Fingerfood-Buffet zur Mittagszeit war nochmals ausreichend Gelegenheit, im Freizeitpark spazieren zu gehen, den großen Spielplatz und diverse kleine Fahrgeschäfte des Freizeitparks zu erobern.
Alles in allem hatten wir einen schönen Tag, der für Groß und Klein in
guter Erinnerung bleiben wird.

Claudia Gentz, Algermissen

Aus: Gemeindebrief 3 - 2019

Plakat zum Tauffest in Lühnde - 24.08.2019
Foto: Wiebke Schulz-Wackerbart
  • Einladung

Wie bereits im letzten Gemeindebrief angekündigt, feiern wir am 24. August unser erstes großes Tauffest in unserer Zwölf-Apostel Kirchengemeinde – bei gutem Wetter draußen auf der Wiese um die St. Martins Kir- che zu Lühnde. Viele Familien haben sich bereits angemeldet. Darüber freuen wir uns sehr. Anmelden kann man sich aber trotzdem noch, und zwar bis zum 14. August. Damit wir besser planen können, müssten wir so ungefähr wissen, mit wie vielen Menschen wir rechnen können.

Das Fest beginnt mit einem Open-air Gottesdienst um 10 Uhr. In diesem Gottesdienst werden die angemeldeten Täuflinge getauft. Direkt im Anschluss findet für alle, die sich mit ihrer Taufgesellschaft nicht nach Hause oder in ein Lokal zurückziehen wollen, eine Feier im Freien statt (bei schlechtem Wetter in Zelten und im Gemeindehaus).

Sowohl für den Gottesdienst als auch für das anschließende Fest gilt: Eingeladen sind alle, die gerne teilnehmen möchten – nicht nur Famlien, Freunde und Angehörige der Täuflinge! Tische, Bänke, Geschirr, Grills und Zelte stellt die Kirchengemeinde bereit. Auch Getränke, Grillfleisch und Würstchen besorgen wir. Über weitere Essensbeiträge für das gemeinsame Büffet (Beilagen, Brot, Salate, Nachtische) von den Taufge- sellschaften und aus der Gemeinde würden wir uns sehr freuen!

  • 20 Taufen an einem Tag!

Dankbarer Rückblick auf eine richtig Runde Sache

Man kann es nicht anders sagen: Das erste Tauffest in unserer Kirchengemeinde war ein riesiger Erfolg:
20 Kinder wurden getauft, 355 Erwachsene und 63 Kinder haben am Gottesdienst teilgenommen, das Wetter war wunderschön, die Band hat Stimmung gemacht, es wurde im Anschluss gegrillt, getobt, genossen
und gefeiert.

Wir sind so froh und dankbar, dass alles so wunderbar geklappt hat. Bei allen, die sich eingebracht haben beim Auf- und Abbau, beim Tische und Bänkeschleppen, mit Essensspenden, an den Büfetttischen, beim Grillen, Kinderschminken, Buttonbasteln und an so vielen anderen Stellen, nochmals einen HERZLICHEN DANK! So eine Veranstaltung kann nur gelingen, wenn viele Hände mit anpacken.

„Wann gibt es das nächste Tauffest?“, wurde schon direkt im Anschluss gefragt. Das müssen wir noch überlegen. Sicherlich nicht gleich im nächsten Jahr – es soll ja auch was Besonderes bleiben. Fest steht, dass das Tauffest 2019 nicht das letzte seiner Art in Zwölf-Apostel gewesen sein wird!

Pastor Yorick Schulz-Wackerbarth

Aus: Gemeindebrief 2 - 2019 und Gemeindebrief 4 - 2019

Elvira Fink ist Diakonin in Ausbildung in der „12-Apostel“-Kirchengemeinde Sarstedt-Land und u.a. verantwortlich für die „Zwischenzeit“-Angebote der KonfirmandInnen.
Das ist in etwa die Zeit zwischen der 5. und 7. Klasse, also zwischen Einstieg und dem hauptsächlichen Konfirmandenunterricht. In dieser Zeit gibt es keinen regelmäßigen Unterricht, sondern Angebote wie Gottesdienste, Veranstaltungen, Projekte oder Freizeiten, an denen die Konfirmanden verbindlich teilnehmen.
Da Fink zudem auch Musik-Pädagogin und Chorleiterin ist, suchte sie für das zweite Halbjahr ein musikalisches Angebot – möglichst niedrigschwellig und alle ansprechend. Genau das fand sie schließlich in einem Trommel-Workshop mit Cajon-„Weltmeister“ Ralf Dittrich.
Innerhalb kürzester Zeit war denn auch die maximale Zahl an TeilnehmerInnen für den angebotenen Termin am Sa., dem 28.09.2019, im „sOfA“ Algermissen erreicht, so dass direkt für den Tag darauf ein Folgetermin verabredet wurde.
An beiden Tagen zusammen hatten somit insgesamt rund 40 Kinder und erwachsene Begleitpersonen das Vergnügen, zu erleben, wie schnell sich mit Cajon und Shaker-egg rhythmische Liedbegleitungen erarbeiten lassen.
Im Anschluss an die dreistündigen Workshops gab es immer ein kleines Konzert, das beim Publikum (Eltern, Großeltern, Geschwisterkinder) jeweils so gut ankam, dass spontan begeistert mitgetrommelt wurde.

Text: Ralf Dittrich